Die Finanzierung einer Zahnarztpraxis richtig planen – So geht‘s

Der Businessplan steht – nun muss der zukünftige Praxisinhaber die nötigen Investitionen besorgen und die Finanzierung der Zahnarztpraxis klären. Dazu gehört neben rechnerischen und planerischen Fähigkeiten auch Verhandlungsgeschick. Denn der richtige Finanzierungsweg spart Geld und Nerven.

Woher nehme ich als Zahnmediziner das nötige Geld für die Praxisfinanzierung?

Wie wir bereits in unserem ersten Artikel zum Thema Existenzgründung beschrieben haben, stellt die Investitions- und Kostenplanung einen Bestandteil des Businessplanes für die zahnmedizinische Praxis dar. Idealerweise haben Sie sich während der Beschäftigung mit dem Businessplan bereits einen Überblick über ihr Eigenkapital verschafft. Für die Finanzierungsplanung spielt, neben dem Thema Sicherheit, auch das Eigenkapital eine Rolle.

Nach Erfahrungen von Herrn Michael Kreuzer (Dipl.-Kfm. Geschäftsführer der ABZ BestPraxis GmbH) gibt es für die Bringung von Sicherheiten keine Verallgemeinerung, diese sind immer abhängig von Bankengröße und Projektbonität. Zudem lohnt es sich, vor Gesprächen mit einer Bank zu wissen, welche Möglichkeiten es gibt, Geld aufzunehmen und zurückzuzahlen und ob eine öffentliche Förderung der zu tätigenden Investitionen möglich ist.

Weitere Vorbereitung auf die Finanzierungsgespräche

Bankgespräch Zahnarzt

Im Rahmen der Investitionsplanung für ihre Existenzgründung werden sie früher oder später ihrer Bank einen Besuch abstatten. Aber auch Verhandlungen mit Banken sind Gespräche mit Menschen. Neben dem reinen Businessplan geht es bei diesen Gesprächen auch darum, ob der zuständige Bankangestellte hinter Ihnen und Ihrem Praxiskonzept steht. Es kann also sinnvoll sein, sich in diesem Zusammenhang klar zu machen, dass die Neugründung einer Zahnarztpraxis für die finanzierende Bank ein höheres Risiko als eine Übernahme darstellt. Je nachdem, wie hoch die Bank das Risiko einschätzt, wird sich ihre Forderung nach Sicherheiten darstellen.

Praxisfinanzierung – Was sind meine Sicherheiten?

Banken akzeptieren folgende Vermögenswerte ganz oder anteilig als Sicherheiten: Immobilien, Kapitallebensversicherungen und fondsgebundene Lebensversicherungen (bzw. deren Rückkaufswerte) Wertpapierdepots, Guthaben, Sparanlagen sowie Bürgschaften. Letztere werden beurteilt und nur dann anerkannt, wenn der Bürge zur Finanzierung des Darlehens wirtschaftlich in der Lage ist.  Sind sie verheiratet, dann zeigt unsere Erfahrung, dass Banken gelegentlich die Bürgschaft des Ehepartners verlangen. Bei der Existenzgründung können aber noch weitere Sicherheiten eine Rolle spielen: Risikolebensversicherung, Sicherungsübereignung der Praxis-Ausstattung sowie die Abtretung der Ansprüche gegenüber der kassenzahnärztlichen Vereinigung.

Die Bewertung ihres Finanzierungswunsches durch Geldgeber

Sicherheit Finanzierung Zahnarzt

Ein Geldgeber bewertet neben Ihrem Businessplan und ihren möglichen Sicherheiten auch, wie gut er die Chancen für Sie als erfolgreichen Unternehmer einschätzt. Ihre Erfahrung und Ihr Ruf als Zahnarzt oder Kieferorthopäde können dabei eine Rolle spielen. Es ist sinnvoll, sich bei diesen Verhandlungen kompetent unterstützen und begleiten zu lassen. Dies erhöht auch die Glaubwürdigkeit bei den oben genannten Prüfsteinen.

Öffentliche Förderung für Zahnmediziner

Bei der Finanzierung der Zahnarztpraxis kann man auch finanzielle Mittel der öffentlichen Hand, die zu einem reduziertem Zinssatz zur Verfügung gestellt werden, in Betracht ziehen. Denn genau wie jede andere Existenzgründung stellt auch die Übernahme oder Gründung einer zahnmedizinischen Praxis ein öffentlich förderwürdiges Vorhaben dar. Auch die Vereinbarung tilgungsfreier Jahre ist möglich. Sinnvoll ist hier ein beratender Partner, der sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten gut auskennt.

Die Finanzierung der Zahnarztpraxis im Detail

Je besser Sie sich mit den einzelnen Finanzierungsarten – Annuitäten- und Tilgungsdarlehen sowie endfällige Finanzierung – auskennen, umso besser können Sie abschätzen, was für Sie und Ihren Praxisstart das Passende ist. Allgemein gilt, dass die Laufzeit für die Finanzierung einer Praxisgründung oder -übernahme nach zehn bis 15 Jahren abgeschlossen sein sollte. Gemäß einer Studie der apoBank wurden im Jahr 2018 im Durchschnitt 522.000 Euro in die Existenzgründung einer zahnmedizinischen Praxis investiert. Mit einer durchschnittlichen Investitionssumme von 340.000 Euro ist auch bei Praxisübernahmen eine steigende Tendenz zu verzeichnen.

Finanzierungsberatung
Lassen Sie sich bei der Gründung Ihrer zahnmedizinischen Praxis von den Experten der ABZ eG bei der Planung und den Verhandlungen für die Finanzierung unterstützen.