Die Hygienevorschriften in der zahnmedizinischen Praxis

Hygiene spielt in allen Bereichen der zahnmedizinischen Versorgung eine wichtige Rolle. Hygienemaßnahmen sind dazu da, die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern und sollen so vor Infektionen schützen. Aus diesem Grund gilt es in der Zahnarztpraxis unterschiedliche Vorschriften, Gesetze und Verordnungen zu befolgen, sowie Richtlinien und Empfehlungen zum Thema Hygiene zu beachten. Hintergrund und rechtliche Grundlage sind berufsgenossenschaftliche Vorschriften und die Biostoffverordnung.

Hygienemaßnahmen bei Zahnarzt und Kieferorthopäde

Jede Praxis muss Hygienemaßnahmen nicht nur durchführen, sondern sie auch in einem so genannten Hygieneplan dokumentieren. Dieser richtet sich – neben den grundlegenden Anforderungen – auch nach den speziellen Gegebenheiten der Praxis. Wichtige Basis für jeden Hygieneplan sind die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts (RKI). Diese umfassen neben dem Infektionsschutz auch betrieblich-organisatorische und baulich-funktionelle Maßnahmen zur Hygiene in medizinischen Einrichtungen.

Hygienemaßnahmen Zahnarztpraxis

Der Hygieneplan im Detail

Der Hygieneplan einer zahnmedizinischen Praxis enthält die internen Arbeitsanweisungen für die einzelnen Tätigkeiten und Arbeitsbereiche: Maßnahmen zur Reinigung, Desinfektion und Sterilisation sind hier ebenso festgeschrieben wie Regeln zur Entsorgung oder zum Tragen von Schutzausrüstung. Zudem enthalten Hygienepläne auch Anweisungen für die arbeitsmedizinische Vorsorge sowie Informationen zur Aufbereitung von Medizinprodukten. Ein Hygieneplan gewährleistet Hygienestandards und unterstützt deren Einhaltung. Zudem dient er als Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen. Für die Erstellung und Befolgung eines Hygieneplans lohnt es sich, einen Hygienebeauftragten abzustellen, bzw. auszubilden.

Der Hygienebeauftragte einer Zahnarztpraxis

Hygienebeauftragter in der zahnmedizinischen Praxis können sowohl ein Zahnmediziner als auch ein/e Zahnarzthelfer/in sein. Notwendig ist immer mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem medizinischen Assistenzberuf. Der oder die Hygienebeauftragte unterstützt den Praxisinhaber bei der Umsetzung und Einhaltung der Hygienerichtlinien, beziehungsweise des praxisinternen Hygieneplans. Ein/e Hygienebeauftragte/r überwacht zudem die ordnungsgemäße Aufbereitung der Medizinprodukte. Zudem erarbeitet sie oder er Änderungen des Hygieneplans bei Neuerungen im Praxisablauf.

Hygienebeauftragter Zahnarztpraxis

Hygiene als Teil des Qualitätsmanagements

Da das Hygienemanagement Teil der Qualitätssicherung ist, müssen die Aufgabenbereiche klar festgelegt und befolgt werden: Die Ernennung zum Hygienebeauftragen sollte offiziell und schriftlich erfolgen. Denn ein/e Hygienebeauftragte/r ist den Kollegen gegenüber in ihrem Bereich weisungs- und entscheidungsbefugt. Lediglich die Praxisleitung kann eine ihrer Entscheidungen revidieren.

Die Anforderungen an einen Hygienebeauftragten

Die notwendige Sachkenntnis für die Ausführung der Arbeit eines Hygienebeauftragten umfasst vor allem die aktuellen Rechtsgrundlagen. Hinzu kommen Kenntnisse in Hygiene und Mikrobiologie, Instrumentenkunde, Risikobewertung sowie organisatorische Aspekte. Nicht zuletzt muss der oder die Hygienebeauftragte Checklisten erstellen und wissen, wie Verfahrens- und Aufbewahrungsanweisungen formuliert werden und wie die Hygienemaßnahmen korrekt dokumentiert werden.

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