Wenn der Zahnarzt mobil macht …

Kein Patient geht gern zum Zahnarzt? Stimmt nur halb. Denn wie gern würden diejenigen zum Zahnarzt gehen, die es nicht können! Immer mehr engagierte Zahnmediziner bieten daher den Service an, ins Haus zu kommen – mit mobilem Equipment. Lesen Sie hier das Wichtigste zur Mobilmachung von Dr. med. dent. House, unterwegs als mobiler Zahnarzt.

Für wen kann ein Hausbesuch durch den Zahnarztwichtig sein?

Der demografische Wandel macht an der Schwelle zur zahnmedizinischen Praxis nicht halt. Die Zahl der Senioren steigt und nicht jeder kann den Weg zum Arzt bewältigen. Das trifft auch auf Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung zu, die Beschwerden an den Zähnen haben – zumal nicht jede Praxis barrierefrei ist.

Der Teufelskreis: Die eingeschränkte Mobilität führt oft zu mangelnder Mundhygiene – schlecht für den allgemeinen Gesundheitszustand. Karies, Mundschleimhautentzündungen und Erkrankungen des Zahnhalteapparats machen sich breit. Schlecht sitzende Prothesen erschweren das Essen und beeinträchtigen den Allgemeinzustand des Patienten.

Immer öfter nehmen neben Privatpersonen auch Kliniken und Intensivpflegestationen den Service mobiler Zahnarztpraxen in Anspruch, etwa wenn es um Beatmungspatienten geht. Bei ihnen ist eine engmaschige zahnärztliche Kontrolle besonders wichtig, ein Transport in die Praxis aber aufwändig und kostenintensiv. Sie sind deshalb auf den Hausbesuch durch den Zahnarzt angewiesen.

Mobile Zahnarztpraxis

Auch für Angstpatienten, die sich nicht zu einem Zahnarztbesuch überwinden können, kann es ein Vorteil sein, entspannt in den eigenen vier Wänden versorgt zu werden – durch einen mobilen Zahnarzt.

Welche Modelle der mobilen Zahnarztpraxis gibt es?

Voraussetzung laut Berufsordnung ist, dass ein mobiler Zahnarzt auch mit einer Praxis niedergelassen ist. Ist das erfüllt, bieten sich verschiedene Möglichkeiten der Mobilität an.  

  1. Wer einen mobilen Zahnarzt-Service breit ausbauen möchte, für den kann sich die Anschaffung einer eigenen Behandlungseinheit lohnen.
  2. Wer die hohe Investition scheut, teilt die Kosten. Mehrere Zahnärzte können sich zusammenschließen und das mobile Equipment gemeinsam nutzen.
  3. In manchen Gemeinden ist es auch möglich, dass sich Zahnärzte mit dem Roten Kreuz zusammentun – so wird beispielsweise ein Rettungswagen zur mobilen Zahnarztpraxis umgebaut. Hier ist sogar eine Behandlung unter Narkose in Anwesenheit eines Anästhesisten denkbar.
  4. Teilweise stellen auch Pflegeheime Behandlungsräume in ihrem Haus zur Verfügung, sodass mobile Zahnärzte die Bewohner im Pflegeheim aufsuchen und behandeln können.

Welche Versorgung durch den Zahnarzt ist beim Hausbesuch machbar?

Neben Routinekontrollen werden in der Regel folgende Leistungen in einer mobilen Zahnarztpraxis angeboten:

  • Zahnreinigung
  • (Wieder-)Einsetzen von Füllungen und Kronen
  • Entfernen von Zähnen und Wurzelresten
  • Erstellung von Zahnersatz wie Prothesen und Brücken
  • Reinigung, Reparatur und Anpassung von Prothesen

Wie sieht die Ausstattung der mobilen Zahnarztpraxis aus?

Auch was das Equipment anbelangt, gibt es mehrere Möglichkeiten: vom Behandlungskoffer mit Minimal-Instrumentenausstattung bis hin zum umfassenden Allroundsystem. Während für Routinekontrolle und Prothesenreinigung vielleicht Stirnlampe, ein paar Instrumente und der Küchenstuhl ausreichen, benötigt der mobile Zahnarzt für eine umfangreichere Versorgung eine aufwändigere Ausstattung.

Dazu kann gehören:

  • eine komplette Behandlungseinheit mit Bohrer, Kompressor, Instrumentenschläuchen, und Absaugvorrichtung
  • ein mobiles Röntgengerät
  • eine transportable Liege mit Spuckschale

Und last but not least gehört ein mobiles Kartenlesegerät zur Patientenaufnahme zum Standardzubehör.

Worauf ist bei der mobilen Zahnbehandlung zu achten?

Wichtig bei der mobilen Zahnbehandlung ist vor allem die Beachtung der Hygienevorschriften auch bei mobiler Behandlung. Und bezüglich der Nachhaltigkeit gilt: Sie ist beim mobilen Einsatz bei pflegebedürftigen/unselbstständigen Patienten nur dann gewährleistet, wenn Angehörige und Pflegepersonal in der nachfolgenden Zahn- und Mundpflege geschult sind. Auch das ist eine Aufgabe, der sich mobile Zahnärzte widmen sollten.

Welche Besonderheiten gibt es bei der Abrechnung von Hausbesuchen durch den Zahnarzt?

Bei Kassenpatienten wird vor Ort vor der mobilen Zahnbehandlung die Versichertenkarte eingelesen. Bei Versicherten mit Pflegestufe 1 bis 3, die Eingliederungshilfe erhalten oder in ihrer Alltagskompetenz dauerhaft erheblich eingeschränkt sind, übernehmen die Krankenkassen die jeweiligen Leistungen komplett.

Für die Abrechnung des Hausbesuchs durch den Zahnarzt bei Privatpatienten gibt es in der GOÄ und GOZ klare Regelungen, etwa für Besuche auf einer Pflegestation oder von mehreren Personen in häuslicher Gemeinschaft. Das Wegegeld richtet sich streng nach der Entfernung von der Praxisstelle des Zahnarztes.

Betriebswirtschaftliche Themen spielen in jeder Praxis eine Rolle. Nutzen Sie unsere BWL-Beratung, wenn es darum geht, Ihre Praxis zu optimieren und neue Patienten zu gewinnen.