So funktioniert das zahnärztliche Versorgungswerk

Zahnärztliche Versorgungswerke sind die Rentenversicherung für Zahnmediziner. Sowohl niedergelassene als auch angestellte Zahnärzte sind in den Versorgungswerken der einzelnen Bundesländer versichert. Neben der Rente sichern die Versorgungswerke zudem –wenn auch nur eingeschränkt – den Fall einer Berufsunfähigkeit oder im Todesfall die Versorgung der Angehörigen. Die zahnärztlichen Versorgungswerke gibt es seit dem Ersten Weltkrieg.

Die Idee hinter dem Versorgungswerk für Zahnärzte

Als die Inflation in den frühen 1920er-Jahren Rücklagen und Vermögen zur finanziellen Absicherung des Ruhestandes dahinschmelzen ließ, schuf der Berufsstand der Ärzte eine solidarische Selbsthilfeeinrichtung. Heute sind die Versorgungswerke Teil des Alterssicherungssystems der Bundesrepublik Deutschland. Alle verkammerten freien Berufe haben solche Versorgungswerke. Dazu gehören neben Zahnärzten und Ärzten auch Apotheker, Tierärzte und Architekten sowie Notare, Rechtsanwälte und einige mehr. Allen Versorgungswerken gemein ist das Prinzip der Eigenverantwortung.

Selbstständige Vorsorge

Das Leistungsspektrum der zahnärztlichen Versorgungswerke

Die zahnärztlichen Versorgungswerke haben ähnliche Strukturen, wie die gesetzliche Rentenversicherung, aber es gibt auch gravierende Unterschiede. Und genau diese machen die Vorteile für die Zahnmediziner aus. So können beispielsweise die Rentenleistungen der berufsständischen Versorgungswerke höher ausfallen als bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Denn beim Versorgungswerk werden – im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung – die Beiträge der Mitglieder über einen längeren Zeitraum angespart, werfen eine Rendite ab und beeinflussen so die Rentenhöhe positiv.

Wie werden die Beiträge fürs zahnärztliche Versorgungswerk berechnet?

Die Versorgungswerke für Zahnärzte arbeiten mit unterschiedlichen Bemessungsprinzipien, die sich in folgende Gruppen unterteilen lassen:

  1. Orientiert an der gesetzlichen Rentenversicherung – etwa dem aktuellem Beitragssatz oder abgeleiteten Höchstbeträgen.
  2. Prozentsatz der Umsätze des vorletzten Jahres (abzüglich Betriebsausgaben).
  3. Pflichtbeiträge orientieren sich am Einkommen in Abstimmung mit den Bemessungsgrenzen des Deutschen Rentenversicherung Bundes.
  4. Nach Lebensalter gestaffelte, fixe Beiträge.

Die Versorgungswerke der unterschiedlichen Bundesländer bemessen die Beiträge verschieden. Als angestelltes Mitglied zahlt man den jeweiligen Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Zudem sind bei einigen Versogungswerken weitere freiwillige Zuzahlungen möglich.

Pflicht und Befreiung: angestellte Zahnärzte im Versorgungswerk

Zahnärzte, die nach der Approbation beruflich tätig werden, müssen sich nicht nur bei der Kammer anmelden, sondern auch beim Versorgungswerk des betreffenden Bundeslandes.
Angestellte Zahnärzte müssen sich dann im ersten Vierteljahr der Berufstätigkeit noch von der staatlichen Rentenversicherung befreien lassen. Wer die Stelle wechselt, muss diese Befreiung erneut beantragen.
Selbstständig tätige Zahnärzte sind von der gesetzlichen Rentenversicherung automatisch ausgeschlossen.

Mitarbeiter Zahnarztpraxis

Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer für Eltern

Für Mütter und Väter gibt es auch im Zusammenhang mit dem Versorgungswerk für Zahnmediziner einiges zu beachten: Weder selbständige noch angestellte Zahnärztinnen sind verpflichtet, dem Versorgungswerk die Schwangerschaft mitzuteilen. Damit freiwillige Beiträge – insbesondere bei Angestellten während einer Freistellung – entrichtet werden können, ist es aber sinnvoll, den Beginn des Mutterschutzes zu nennen. Während der Mutterschutzfrist ist ein Beitrag in der gesetzlich festgelegten Höhe vorgesehen. Gemäß dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz können Beiträge während dieser Zeit gestundet werden und dann nach der Elternzeit wahlweise auch nachgezahlt werden.  Besonders in diesen Phasen – aber auch generell – ist es wichtig, bei der Steuerklärung einen entsprechenden Fachmann an seiner Seite zu haben.

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