Mehr als ein Spielzeug: Zahnarzt-Apps

Wer behauptet, Dinge, die Spaß machen, haben in der Arbeit nichts verloren, kennt die vielfältigen Zahnarzt-Apps noch nicht: Wie der digitale Touch den Berufsalltag in der Zahnarztpraxis erleichtern kann, lesen Sie hier. Und natürlich haben auch die Patienten etwas davon!

Für welche Bereiche gibt es Dentalapps?

Die digitale Transformation macht natürlich auch vor der Zahnmedizin nicht halt. Das Angebot hochkomplexer Softwaresysteme für die Praxisverwaltung ist umfangreich, doch viele Zahnärzte scheuen die Investition oder haben Berührungsängste. Aber man muss ja auch nicht gleich in die Vollen gehen!

Die verschiedenen Zahnarzt-Apps, die derzeit für Smartphone- und Tablet- bzw. iPad-Nutzer angeboten werden, sind perfekt, um sich an das Thema Digitalisierung heranzutasten oder aber auch, um vorhandene Praxisverwaltungsprogramme zu ergänzen. Daneben bieten sie aber auch weitreichende Möglichkeiten der Information und Kommunikation.

Neben Apps für die Zahnarztpraxis gibt es auch Programme speziell für Patienten – und einige, die für beide Nutzergruppen konzipiert sind.

Was ist bei einer App für Zahnärzte zu beachten?

Machen Sie sich bewusst, dass Sie sich auf einem hochsensiblen Terrain bewegen, was die Datensicherheit anbelangt. Schließlich dürfen Patientendaten nicht in die falschen Hände geraten. Bevor Sie sich für eine App entscheiden, sollten Sie auf jeden Fall die Allgemeinen Geschäftsbedingungen genau studieren und auf Einhaltung der notwendigen Sicherheitsstandards achten, etwa was die Verschlüsselung anbelangt.

Des Weiteren gibt es kostenlose und kostenpflichtige Zahnarzt-Apps. Gratis hört sich zunächst einmal verlockend an, gehen Sie aber davon aus, dass es selten etwas zu verschenken gibt. Oft finanzieren sich die Anbieter über Werbung. Überlegen oder testen Sie, ob das für Sie im Alltag ein lästiges Problem darstellt.

Achten Sie beim Download auf jeden Fall auf die Kompatibilität zu Ihrem Betriebssystem, ob Sie also iOS – etwa beim iPhone oder iPad – oder Android benötigen. Oft gibt es auch Anforderungen an die Aktualität der Betriebssystem-Version.

Wenn Sie in Ihrer App eine Datensammlung anlegen, etwa mit Patientendaten, sollten Sie sich frühzeitig vergewissern, ob Sie diese archivieren oder exportieren können. Wenn nicht, verlieren Sie den gesamten Bestand in dem Moment, wo Sie Ihr Gerät aufgeben, auf dem das Programm installiert wurde. Das kann sehr ärgerlich sein. 

Welche Apps gibt es in der Zahnmedizin?

Wie schon erwähnt, bedienen die Anbieter der Zahnarzt-Apps sehr unterschiedliche Bereiche. Im Folgenden nennen wir die wichtigsten davon und einige beispielhafte Anwendungen. 

Zahnarzt-Apps für Verwaltung und Organisation

Praxisabläufe vereinfachen, im Alltag unterstützen, Informationen vermitteln, das alles geht mit den folgenden Apps:

  • „Infoskop“: Diese App umfasst ein breites Leistungsspektrum vom Befüllen der Patientenakten und Anamnesebögen bis hin zur multimedialen Patientenaufklärung. Die App bietet die Möglichkeit, grundlegende Medien wie Röntgenbilder zu hinterlegen, begleitet aber auch durch ein rechtssicheres Patientengespräch.
  • „Patientenverwaltung“: In dieser Applikation lassen sich Stammdaten von Patienten speichern und Anamnesen erheben, auch Laborwerte, Befunde, Termine und Verordnungen können dokumentiert werden.
  • „Flowlist“: Diese Dental-App unterstützt die Mitarbeiter durch umfangreiche Checklisten zu den Praxisabläufen. Dazu können vorhandene Checklisten genutzt oder eigene entwickelt werden. 
  • „Fortbildungsguide Zahnmedizin“: Einen Überblick über wichtige Weiterbildungsveranstaltungen und -termine vermittelt diese Anwendung. Außerdem können sich Interessenten direkt bei der Veranstaltung ihrer Wahl anmelden.

Praktische Kommunikationstools

Manche Zahnarzt-Apps ermöglichen es, unkompliziert mit Patienten zu kommunizieren, ihnen organisatorische Details mitzuteilen, wie etwa Urlaubszeiten oder neue Leistungsangebote. „Medicneo“ und „Die Zahnarzt-App“ gehören in diese Kategorie. Andere Apps sind für den Austausch zwischen Zahnarzt und Zahntechniker konzipiert, wie etwa „3Shape Communicate“.

Wissensspeicher

Man kann und muss ja nicht alles wissen. Apps sind einfach dazu prädestiniert, Informationen bereitzustellen, die man sonst mühsam in Büchern suchen müsste. Hier einige Beispiele:

  • „AcciDent“: Dieses digitale Nachschlagewerk bietet breites Wissen im Bereich von Zahnunfällen und unterstützt bei Diagnose und Therapie im Notfall. 
  • „Anamneseguide“: Einfach Symptome eingeben und eine Liste möglicher Diagnosen erhalten – die App unterstützt mit hinterlegten Anamnesebögen die Diagnostik. Eine Zusatzfunktion ermöglicht es, den Patienten eine laienverständliche Ansicht zu präsentieren.
  • „Arznei aktuell“: Die Applikation bietet Einblick in eine Datenbank mit allen in Deutschland zugelassenen Medikamenten inkl. Wechselwirkungen.

Darüber hinaus gibt es etliche Anwendungen, die von bestimmten Firmen als Einkaufshilfen bereitgestellt werden. Sie sind natürlich interessant, um sich unkompliziert beim eigenen Zulieferer über Produktneuheiten und Anwendungsmöglichkeiten zu informieren. Teilweise gibt es auch direkt Bestellmöglichkeiten.

Behandlung verständlich erklären

Verschiedene Anwendungen erleichtern es dem Zahnarzt, den Patienten die Behandlungsmethoden anschaulich darzulegen, etwa durch Bild-, 3D- oder Videomaterial. So lassen sich zum Beispiel Abläufe Schritt für Schritt erklären oder das Therapieergebnis vorwegnehmen. Zu diesen Applikationen gehören „Athena“, „Dental Navigator“, „Dental Explorer mobile“ und „plusOP – Der Therapiebegleiter“, wobei Letzterer auch zur Patientenkommunikation geeignet ist. 

Dental-Apps für die Patienten

Als mobile Patientenakte fungiert die App „LifeTime“, die Patienten auf ihrem Smartphone installieren können. Mit einem passenden Endgerät in der Zahnarztpraxis können die Informationen ausgelesen und die Daten gemäß der Behandlung synchronisiert werden. Die Applikation „ImplantatPass“ speichert für den Patienten Informationen zu seinen Implantaten, erinnert ihn an bevorstehende Termine und gibt Pflegehinweise. 

Welche Vorteile bieten Zahnmedizin-Apps?

Die Zielsetzungen der verschiedenen Programme sind natürlich sehr unterschiedlich. Man sieht aber schon, dass sie alle geeignet sind, um im Praxisalltag zu unterstützen, Abläufe zu erleichtern, Sicherheit zu bieten sowie die Kommunikation zu vereinfachen. Indirekt tragen sie so auch zur Vertrauensbildung und einer engeren Patientenbindung bei. Außerdem helfen viele davon, Zeit zu sparen und den Papierwust zu reduzieren, was ganz im Sinne der Nachhaltigkeit ist. 

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