Zahnschmuck beim Zahnarzt anbringen lassen

Seit den 1980er-Jahren ist Zahnschmuck im Trend – und hat eine Entwicklung von Schneidezahn-Verzierungen der US-Rapper, mit denen diese ihren Wohlstand und ihre Coolness demonstrierten, hin zu einem modischen Statement für junge Frauen durchlaufen. Heute sind in Sachen Zahnschmuck vor allem Twinkels und Skyces angesagt. Für jede Art Zahnschmuck gilt: Am besten beim Zahnarzt machen lassen! Das hat unterschiedliche Gründe…

Was ist Zahnschmuck genau?

Unter Zahnschmuck versteht man heute Schmuck zum Aufkleben oder Aufstecken. Gesteckte Verzierungen heißen Grillz, wenn sie über mehrere Zähne gehen und Caps, wenn ein einzelner Zahn damit geschmückt wird. Aufgeklebt werden etwa Motive aus Goldfolie – zumeist Dazzler genannt. Diese zum Teil erhabenen Motive können mehrere Jahre halten und lassen sich einfach wieder entfernen. Sind die Halbreliefs mit Schmucksteinen verziert, werden sie häufig als Twinkles bezeichnet. Der Begriff wird aber auch für Schmucksteine allein verwendet, die beim Zahnarzt mit Zahnspangenkleber befestigt werden und dafür auf einer Art Platte sitzen. Sowohl Dazzlers als auch Twinkels gibt es mit echten und künstlichen Steinen. Das verwendete Metall für diesen Zahnschmuck ist in der Regel Gelb- oder Weißgold. Sie können nicht auf einer Krone befestigt werden.

Zahnschmuck mit Zahnpräparation

Ebenfalls geklebt werden so genannte Skyces. Sie haben keine Metallfassung und leuchten deshalb heller. Früher musste der Zahnarzt für Skyces ein Loch in den Zahnhalteapparat bohren. Inzwischen gibt es den Zahnschmuck aus Kristallglas-Steinen, Zirkonia oder Diamanten auch in reiner Klebetechnik ohne vorherige Zahnpräparation.

Glitzerstein auf Zahn

Die Haltbarkeit von Zahnschmuck

Normalerweise hält aufgeklebter Zahnschmuck vom Zahnarzt mindestens ein bis zwei Jahre. Häufig bleibt der Schmuck wesentlich länger an Ort und Stelle. Viele Zahnärzte haben sich dafür entschieden, eine Garantie auf sechs oder zwölf Monate zu geben und innerhalb dieses Zeitraums kostenlos nachzubessern, falls der Stein sich löst. Wie lange der Zahnschmuck hält, hängt unter anderem davon ab, auf welchen Zahn er aufgebracht wurde. Aber auch Essverhalten und Zahnpflege können eine Rolle spielen. Es kann vorkommen, dass er sich von alleine löst und dann verschluckt wird, oder dass der Besitzer versehentlich darauf beißt. Im schlimmsten Fall könnte er den Zahnschmuck oder einen Teil davon auch einatmen. All dies sind Dinge, über die ein Zahnarzt seine Kunden aufklären muss, wenn sie eine Zahnverzierung haben möchten.

Ist Zahnschmuck vom Zahnarzt schädlich?

Twinkels und Dazzler – und alles, was nur aufgeklebt wurde, wie Zahn-Tattoos – kann man jederzeit wieder problemlos entfernen, denn der Zahn selbst wurde fürs Anbringen lediglich gereinigt und mit einer speziellen Ätztechnik, die auch für Zahnspangen benutzt wird – leicht angeraut. Möchte man die Verzierung nicht mehr haben, müssen gegebenenfalls nur noch Reste des Zahnspangenklebers, der Folie oder Farbe entfernt werden. Probleme können durch mangelnde Hygiene, etwa in Form von Entzündungen, entstehen. Diese Gefahr ist vor allem bei aufgestecktem Zahnschmuck wie Grillz und Caps durchaus vorhanden.

Goldene Zähne

Was kann der Zahnarzt für Zahnschmuck verlangen?

Die Preise für geklebten Zahnschmuck sind nicht hoch, sogar wenn es sich um echte Steine handelt. Der Zahnarzt kann fürs Aufbringen – je nach Aufwand und Region – dafür um die 40 Euro verlangen. Wesentlich aufwendiger und teurer in der Herstellung ist aufgesteckter Zahnschmuck. Ein Abdruck der gewünschten Zahnreihe ist dafür ebenso notwendig wie ein Negativmodell und die korrekte Anpassung und Anbringung des fertigen Schmucks. Abgerechnet wird das Abringen von Zahnschmuck beim Zahnarzt – genau wie weitere Verlangensleistungen wie das Bleichen der Zähne – nicht nach GOZ sondern ausschließlich nach BGB §§ 612, 670. Wenn die Zahnarztpraxis umsatzsteuerpflichtig ist, muss der entsprechende Satz berechnet werden. Bei aufwändigeren Arbeiten ist eine schriftliche Vergütungsvereinbarung anzuraten. Zudem muss bei Minderjährigen eine Einverständniserklärung der Eltern vorliegen.

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