Zahnmedizinische Kooperationen – gemeinsam stark!

Die Strukturen  zahnmedizinischer Praxen wandeln sich, der Trend geht von der Einzelpraxis hin zu mehr Kooperationen. Egal, ob ein Zahnmediziner weitere Partner hinzunehmen oder ein Gründer in eine bestehende Praxis mit einsteigen möchte – es gibt viele Möglichkeiten zahnmedizinischer Kooperationen. Es kommt nur darauf an, sie gut zu planen und erfolgreich umzusetzen.

Verschiedene Formen der zahnmedizinischen Zusammenarbeit

Im Vertragszahnarztrecht sieht der Gesetzgeber verschiedene Möglichkeiten vor, den zahnmedizinischen Beruf auszuüben. Vertragszahnmediziner müssen keine Einzelkämpfer bleiben. Sie können andere Zahnmediziner anstellen, Zweigpraxen einrichten und Berufsausübungsgemeinschaften bilden. Hier eine Übersicht:

AnstellungDer Zahnmediziner kann an seinem Vertragszahnarztsitz andere Zahnmediziner anstellen. Voraussetzung ist, dass er die Praxis weiterhin persönlich führt und die Angestellten bei der Leistungserbringung überwachen. Bei der Abrechnung gilt: Er rechnet die Leistungen seiner Kollegen gegenüber der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) als eigene ab.
ZweigstellenEin Vertragszahnmediziner kann Zweigpraxen mit Zulassung betreiben, auch außerhalb des Bereichs seiner KZV. Folgende Regelungen müssen erfüllt sein: Die Patientenversorgung am Ort der Zweigpraxis wird verbessert. Die Versorgung der Patienten am Vertragszahnarztsitz darf nicht leiden. An allen Standorten muss die Patientenversorgung sichergestellt sein.
Berufsausübungsgemeinschaft (früher: Gemeinschaftspraxen)Es sind örtliche Berufsausübungsgemeinschaften an einem Vertragszahnarztsitz (BAG) und überörtliche Berufsausübungsgemeinschaften (ÜBAGs) mit Partnern an unterschiedlichen Vertragszahnarztsitzen möglich. Beide bedürfen einer Genehmigung durch den Zulassungsausschuss.
PraxisgemeinschaftDabei handelt es sich um eine reine Organisationsgemeinschaft. Man teilt sich die Kosten etwa von Räumlichkeiten, Personal und Geräten, rechnet aber getrennt ab. Der Verwaltungsaufwand wird kaum geringer, dafür ist aber auch die Auflösung der Partnerschaft unkomplizierter.
Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) Bei Medizinischen Versorgungszentren handelt es sich definitionsgemäß um „ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte, die in das Arztregister … eingetragen sind, als Angestellte oder Vertragszahnärzte tätig sind.“ Wichtiger Unterschied zur Berufsausübungsgemeinschaft: Nicht die Zahnmediziner verfügen über die Zulassung, sondern das MVZ an sich.
Labor-/DentallaborgemeinschaftSie zählt zu den Kooperationen, die sich auf Teile der Berufsausübung beschränken. Mehrere Praxen teilen sich hier die Infrastruktur eines Dentallabors und erbringen so zahntechnische Leistungen selbst.
Apparate- und GerätegemeinschaftZahnärzte teilen sich die Nutzung eines Gerätes, z.B. eine mobile Behandlungseinheit oder ein gemeinsames DVT.

Die Vorteile einer Kooperation zwischen Zahnmedizinern

Ein großer Vorteil beim Zusammenschluss von Zahnmedizinern sind die Synergieeffekte. Je nach Kooperationsmodell bezieht sich das auf betriebswirtschaftliche, aber auch auf zahnmedizinische Aspekte.
Hier einige Beispiele:

  • schönere, großzügigere Praxisräume
  • anspruchsvolleres Praxisinventar, indem sich z.B. Zahnärzte einen Laser oder einen DVT teilen
  • Zusammenführung des Patientenstamms
  • gemeinsamer Einsatz des Praxisteams
  • Spezialisierungen und Behandlungsschwerpunkte möglich
  • bessere Vertretung, individuelle Arbeitszeitmodelle
  • Sprechzeiten, Öffnungszeiten, Urlaub und Weiterbildungen besser realisierbar und dadurch bessere Work-Life-Balance
  • geringere Kosten pro Zahnarzt

Bei der überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft ÜBAG ist zum Beispiel auch eine Filialbildung möglich, die ansonsten nur über eine Zweigpraxis zu realisieren wäre. Auch wer nur eine sehr kleine Praxis führt und an einen späteren Verkauf denkt, kann von einer ÜBAG oder vom Zusammenschluss mit Kollegen profitieren.

Die Zusammenarbeit mit anderen Zahnmedizinern vorbereiten

Eine Kooperation will gut vorbereitet sein, damit sie funktioniert und Ihre individuellen Erwartungen erfüllt. Am Anfang steht die Überlegung, welches Modell für Sie am besten geeignet ist. Sobald Sie sich entschieden haben, geht es um eine rechtlich und steuerlich unantastbare Umsetzung. Hierzu gehört beispielsweise die Wahl einer geeigneten Rechtsform. Erst dann werden Kooperationsverträge ausgearbeitet.


Tipp: Grundsätzlich ist es im Zweifelsfall besser, eine Kooperation sorgfältig zu planen , als Risiken bei der Umsetzung einzugehen!


Was bei der Planung einer Kooperation zu beachten ist

Bedenken Sie bereits bei der Planung, dass jede partnerschaftliche Kooperation bei allen Vorteilen auch Ihre wirtschaftliche Handlungsfreiheit beschränkt. Das gilt schon für den relativ lockeren Zusammenschluss bei einer Praxisgemeinschaft, in der man sich nur die Kosten teilen möchte. Überlegen Sie also im Vorfeld, inwieweit Sie bindungswillig sind.

Und: Suchen Sie sich für eine Kooperation auf jeden Fall einen vertrauenswürdigen Partner! Beispielsweise schließt eine Gemeinschaftspraxis die Behandlungsverträge mit Patienten ab, nicht mehr Sie selbst. Das bedeutet für jeden Behandlungsschritt eines Partners: Sie haften zumindest indirekt mit!! Das gilt auch für vorher bestehende Einzelpraxen, die in einer Gemeinschaftspraxis aufgehen: Ansprüche gegen die alte Einzelpraxis müssen abgegrenzt werden.

Schritt für Schritt in die Zusammenarbeit

Bedenken Sie bereits bei der Planung, dass jede partnerschaftliche Kooperation bei allen Vorteilen auch Ihre wirtschaftliche Handlungsfreiheit beschränkt. Das gilt schon für den relativ lockeren Zusammenschluss bei einer Praxisgemeinschaft, in der man sich nur die Kosten teilen möchte. Überlegen Sie also im Vorfeld, inwieweit Sie bindungswillig sind.


Und: Suchen Sie sich für eine Kooperation auf jeden Fall einen vertrauenswürdigen Partner! Beispielsweise schließt eine Gemeinschaftspraxis die Behandlungsverträge mit Patienten ab, nicht mehr Sie selbst. Das bedeutet für jeden Behandlungsschritt eines Partners: Sie haften zumindest indirekt mit!! Das gilt auch für vorher bestehende Einzelpraxen, die in einer Gemeinschaftspraxis aufgehen: Ansprüche gegen die alte Einzelpraxis müssen abgegrenzt werden.

Schritt für Schritt in die Zusammenarbeit

Meist setzt man ein Kooperationsvorhaben schrittweise um. So kann es sinnvoll sein, sich gegenseitig erst in einer Praxisgemeinschaft zu testen, bevor zwei existierende zahnmedizinische Praxen fusionieren. Oder man wählt erst einmal das Modell einer überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft, um zunächst unterschiedliche Standorte beibehalten zu können. So lassen sich etwa Arbeits- und Praxisführungsprozesse entspannter abstimmen. Sollte die Zusammenarbeit nicht funktionieren, ist eine Trennung noch unkompliziert.

Das A und O der Kooperationsgestaltung: Qualifizierte Unterstützung

Für jeden Zahnmediziner, der über eine Zusammenarbeit mit Kollegen nachdenkt, ist bereits bei der Anbahnung und für die spätere Umsetzung eine Beratung durch Experten sinnvoll. Wir unterstützen Sie bei folgenden Vorhaben: Wenn Sie Ihre eigene Praxis …

  • vergrößern wollen, etwa über Ausbildungsassistenten, angestellte Zahnmediziner oder den Erwerb einer weiteren Praxis,
  • mit einer anderen Praxis in einer BAG oder Praxisgemeinschaft verbinden wollen,
  • mit mehreren Praxen zusammenlegen wollen, zur Kostenminimierung oder im Hinblick auf einen späteren Praxisverkauf,
  • mittels einer Apparategemeinschaft (z.B. DTV) optimieren wollen oder
  • in ein MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) überführen wollen.

Was wir für Sie tun können

In der Planungsphase helfen wir Ihnen, ein geeignetes Kooperationsmodell zu finden. Im Anschluss unterstützen wir Sie etwa bei …

  • der Erstellung des Businessplans inklusive Verteilungsschlüssel für den Gewinn
  • der Bewertung bereits bestehender Einzelpraxen
  • der Bestimmung der Einlagen für die neue gemeinsame Praxis
  • der Standortanalyse
  • der Planung der Praxisräume und Ausstattung
  • Verhandlungen mit Banken, Vermietern, Depots, Versicherungen etc.
  • der Vermittlung von Spezialisten verschiedener Sparten, etwa Bauleitung, Anwalt etc.

Unser Ziel ist dabei der größtmögliche Nutzen für Sie als unseren Mandanten bzw. die gesamte Kooperation. Während Juristen die rechtliche Seite betrachten, unterstützen wir bei der wirtschaftlichen und organisatorischen Realisierung – immer nah an Ihrem Praxisalltag.